Kurz gesagt: Für Gesunde ist Magnesium aus Nahrungsergänzung gut verträglich. Nimmst du zu viel auf einmal, merkst du das fast immer nur an weichem Stuhl, der nach dem Weglassen schnell vorbeigeht. Mit höchstens 250 mg am Tag aus Nahrungsergänzung, der Obergrenze der EU-Lebensmittelbehörde, bist du auf der sicheren Seite. Nimm Magnesium zum Essen und teil größere Mengen auf. Wer eine Nierenerkrankung hat, spricht vorher mit dem Arzt.
Das Wichtigste in Kürze
- Gut verträglich: Bei gesunden Nieren bleibt der Magnesiumwert im Blut auch mit Nahrungsergänzung stabil. Was der Körper nicht braucht, scheiden die Nieren aus.
- 250 mg aus Nahrungsergänzung: Bis zu dieser Menge trat in Studien kein Durchfall auf. Magnesium aus Lebensmitteln zählt dabei nicht mit.
- Weicher Stuhl ist das typische Zeichen für zu viel: Er kommt vor allem bei größeren Mengen auf einmal und geht nach dem Weglassen schnell vorbei. Zum Essen und aufgeteilt vermeidest du ihn meist.
- Abführmittel und Magenmittel mitzählen: Viele enthalten Magnesium, und das addiert sich.
- Bei Nierenerkrankung, Medikamenten oder Beschwerden: vorher ärztlich abklären. Zu viel Magnesium im Blut (Hypermagnesiämie) entsteht fast nur bei Nierenschwäche und sehr hohen Mengen.
Inhalt
- Kann man Magnesium überdosieren?
- Ab wie viel Magnesium ist es zu viel?
- Kann man mit dem Essen zu viel Magnesium aufnehmen?
- Welche Nebenwirkungen hat Magnesium?
- Durchfall durch Magnesium: Warum, und was hilft?
- Symptome bei zu viel Magnesium im Blut
- Wer ist gefährdet?
- Magnesium bei Niereninsuffizienz
- Magnesium und Medikamente
- Zu viel Magnesium genommen: Was tun?
- So vermeidest du ein Zuviel
- Wann ist zusätzliches Magnesium sinnvoll?
- Wie gefährlich ist zu viel Magnesium?
- Häufige Fragen
- Grenzen der Forschung und alle Quellen
Kann man Magnesium überdosieren?
Im Alltag bedeutet „zu viel“ fast immer etwas Harmloses. Nimmst du mehr Magnesium, als dein Darm aufnehmen kann, bleibt der Rest im Darm. Er zieht Wasser an, und der Stuhl wird weich. Das ist unangenehm, aber harmlos und geht nach dem Weglassen vorbei. Mit einer kleineren Menge zum Essen ist das Thema meist erledigt.
Eine zweite, seltene Form betrifft das Blut. Mediziner sprechen dann von Hypermagnesiämie, also einem zu hohen Magnesiumwert im Blut. Dazu kommt es fast nur, wenn die Nieren das überschüssige Magnesium nicht mehr ausscheiden können und gleichzeitig viel davon ankommt.
Das zeigen Studien: Die EU-Behörde beschreibt Durchfall als die empfindlichste unerwünschte Wirkung von Magnesium aus Nahrungsergänzung. Er ist mild, vorübergehend und lässt sich rückgängig machen, der Darm gewöhnt sich oft innerhalb weniger Tage.1 Eine schwere Hypermagnesiämie sehen Nierenfachleute dagegen fast ausschließlich bei deutlich eingeschränkter Nierenfunktion zusammen mit viel Magnesium aus Nahrungsergänzung, Abführmitteln oder Magenmitteln.6
Ab wie viel Magnesium ist es zu viel?
Die wichtigste Zahl ist 250 mg Magnesium pro Tag aus Nahrungsergänzungsmitteln. So hoch liegt die tolerierbare Obergrenze der EU für Erwachsene, Schwangere, Stillende und Kinder ab 4 Jahren.1 Für Kinder von 1 bis 3 Jahren gibt es keinen Wert, dort gehört Magnesium als Nahrungsergänzung nur in Absprache mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt.
Diese Grenze ist kein Giftwert. Sie markiert die Menge, bis zu der in Studien kein Durchfall beobachtet wurde. Die USA setzen die Grenze aus demselben Grund bei 350 mg an.3
| Menge Magnesium aus Nahrungsergänzung pro Tag | Was bekannt ist |
|---|---|
| bis 250 mg | in Studien kein Durchfall, EFSA-Obergrenze1 |
| um 360 mg | Durchfall bei einem kleinen Teil der Erwachsenen1 |
| 350 mg | Obergrenze in den USA3 |
| über 2.500 mg auf einmal | Menge, die in den wenigen beschriebenen Vergiftungsfällen meist überschritten wurde, fast immer durch Abführ- oder Magenmittel1 |
Wie viel Magnesium du insgesamt brauchst, ist eine andere Frage. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Erwachsene 300 mg (Frauen) und 350 mg (Männer) am Tag, aus allen Quellen zusammen.2 Mehr dazu liest du unter Wie viel Magnesium pro Tag?
Das zeigen Studien: Die EU-Fachleute fanden in den ausgewerteten Studien bis 250 mg am Tag keine abführende Wirkung. Ab etwa 360 mg trat bei einem kleinen Teil der Erwachsenen leichter Durchfall auf.1 Eine neuere Auswertung sieht das großzügiger. In sieben von zehn Studien mit 128 bis 1.200 mg am Tag gab es mit Magnesium nicht häufiger Durchfall als mit einem Scheinpräparat.4 Was das für dich heißt, steht in unserer Einordnung.
Kann man mit dem Essen zu viel Magnesium aufnehmen?
Praktisch nicht. Die Obergrenze von 250 mg gilt nur für leicht lösliche Magnesiumsalze in Nahrungsergänzungsmitteln, Wasser und angereicherten Lebensmitteln. Magnesium aus Nüssen, Vollkorn oder Gemüse zählt ausdrücklich nicht mit.1 Es ist dort größtenteils gebunden, zum Beispiel an Phytinsäure, und gilt als schwer löslich.1

Anders ist es bei magnesiumreichem Mineralwasser: Das Magnesium darin ist gelöst und zählt wie ein Nahrungsergänzungsmittel.1 Wer täglich viel davon trinkt und zusätzlich Kapseln nimmt, sollte beides zusammenrechnen. Die Menge steht auf dem Flaschenetikett in mg pro Liter.
Das zeigen Studien: Die EU-Fachleute haben Magnesium aus Lebensmitteln bewusst aus ihrer Bewertung herausgenommen. Die Studien, auf denen die Obergrenze beruht, testeten Präparate zusätzlich zur normalen Ernährung.1 Hinzu kommt: Gesunde Nieren scheiden überschüssiges Magnesium zuverlässig aus.6
Welche Nebenwirkungen hat Magnesium?
Bei üblichen Mengen kaum welche. Das gilt auch für die tägliche Einnahme über Monate: Eine zeitliche Begrenzung gibt es bis 250 mg am Tag nicht.1 Wenn Magnesium Beschwerden macht, dann meist weichen Stuhl oder Durchfall, manchmal mit Bauchgrummeln.
Schwerwiegende Wirkungen wie Schwäche, Benommenheit oder ein niedriger Blutdruck gehören zur Hypermagnesiämie. Sie treten erst bei stark erhöhten Blutwerten auf, und die sind bei gesunden Nieren durch Nahrungsergänzung kaum zu erreichen.6, 7
Das zeigen Studien: Eine Auswertung von 48 kontrollierten Studien mit über 2.100 Teilnehmenden zeigt, wie wenig sich der Blutwert bei Gesunden bewegt. Mit täglich 197 bis 994 mg Magnesium stieg er im Mittel nur um 0,04 mmol/L. Der Normbereich liegt bei 0,7 bis 1,0 mmol/L.5, 7 Den Rest scheiden die Nieren mit dem Urin aus.5
Durchfall durch Magnesium: Warum, und was hilft?
Magnesium, das nicht aufgenommen wird, bindet im Darm Wasser. Dadurch wird der Stuhl weicher und voluminöser. Genau diesen Effekt nutzen Abführmittel mit Magnesiumoxid, -hydroxid oder Bittersalz (Magnesiumsulfat).1, 11 In Nahrungsergänzungsmitteln ist er unerwünscht, aber derselbe Mechanismus.
So geht's praktisch: Bekommst du von Magnesium Durchfall, halbiere die Menge oder setz ein paar Tage aus. Nimm Magnesium danach immer zum Essen und teil größere Mengen auf zwei Mahlzeiten auf, zum Beispiel die Hälfte zum Frühstück, die Hälfte zum Abendessen. Wie das Aufteilen genau geht, steht in Wann sollte man Magnesium einnehmen?
Welches Magnesium macht keinen Durchfall? Am meisten entscheidet die Menge, die du auf einmal nimmst. Bittersalz wirkt besonders stark abführend, weil auch das Sulfat Wasser im Darm hält.1 Magnesiumoxid wird als Abführmittel eingesetzt.11 Magnesiumglycinat wurde in einer kleinen Studie besser vertragen als Magnesiumoxid.13 Mehr dazu in unserem Artikel über Magnesiumglycinat.
Wie lange hält der Durchfall an? Nur so lange, wie unaufgenommenes Magnesium im Darm ist. Nach dem Weglassen klingt er ab.1
Und wenn du ohnehin Durchfall hast? Starker oder langer Durchfall kann selbst Magnesium kosten. Nimm dann besser keine zusätzlichen hohen Mengen, sondern kläre die Ursache ärztlich ab.
Das zeigen Studien: Die EU-Behörde hält fest, dass eine Tagesmenge besser vertragen wird, wenn man sie auf mehrere Portionen verteilt.1 Dass Magnesium-Durchfall oft unbemerkt bleibt, zeigt eine ältere Studie mit 359 Menschen mit chronischem Durchfall. Bei 15 von ihnen (4,2 %) war zu viel Magnesium aus Magenmitteln oder Nahrungsergänzung eine wichtige Ursache.12
Symptome bei zu viel Magnesium im Blut
Vorweg die gute Nachricht: Nahrungsergänzung hebt den Blutwert bei Gesunden im Mittel nur um 0,04 mmol/L.5 Von den Bereichen in der Tabelle ist das weit entfernt. Eine Hypermagnesiämie ist ein Krankheitsbild, das im Krankenhaus festgestellt wird. Die Anzeichen sind anfangs unspezifisch, deshalb wird sie leicht übersehen.7 Leicht erhöhte Werte verursachen oft gar keine Beschwerden. Je höher der Wert, desto deutlicher die Symptome:
| Magnesium im Blut | typische Anzeichen laut Übersichtsarbeit |
|---|---|
| 0,7 bis 1,0 mmol/L | Normbereich |
| bis 2,2 mmol/L | häufig keine Beschwerden |
| 2,2 bis 3,5 mmol/L | Übelkeit, Schwindel, Schwäche, Verwirrtheit |
| über 3,5 mmol/L | Schläfrigkeit, abgeschwächte Reflexe, Kopfschmerzen, Hautrötung, Probleme beim Wasserlassen, verschwommenes Sehen, leicht sinkender Blutdruck |
| sehr hohe Werte, über 6,5 mmol/L (fast nur bei schwerer Nierenschwäche zusammen mit viel Magnesium) | lebensbedrohlich, Notfall |
Werte nach Aalhamad et al. 2023.7 Die Normwerte schwanken je nach Labor etwas.
Das zeigen Studien: In einer japanischen Klinik brauchten 15 Menschen mit schwerer Hypermagnesiämie eine Notfall-Dialyse. Alle hatten Magnesiumoxid als Abführmittel genommen, 14 von ihnen waren über 65 Jahre alt. Die häufigsten Beschwerden waren Bewusstseinsstörungen, niedriger Blutdruck, langsamer Herzschlag und Atemprobleme.9
Wer ist gefährdet?
Für die meisten Menschen ist ein echtes Zuviel kein Thema. Die Hauptursache dafür ist eine eingeschränkte Nierenfunktion. Die Nieren regeln den Magnesiumhaushalt. Arbeiten sie nur noch schwach, bleibt Magnesium im Körper.6, 8 Die zweite Ursache sind große Mengen, meist aus Abführmitteln oder Magenmitteln (Antazida), nicht aus üblichen Nahrungsergänzungsmitteln.1, 6
Besonders aufpassen sollten:
- Menschen mit Nierenerkrankung, vor allem bei fortgeschrittener Nierenschwäche.6, 8
- Ältere Menschen, die täglich magnesiumhaltige Abführmittel nehmen, besonders bei hartnäckiger Verstopfung. Bleibt das Mittel lange im Darm, wird mehr davon aufgenommen.7, 9
- Menschen mit entzündlichen Darmerkrankungen, weil der kranke Darm mehr Magnesium aufnehmen kann.7
- Selten spielen auch eine Schilddrüsenunterfunktion, andere Hormonstörungen oder Lithium eine Rolle, weil sie die Ausscheidung über die Nieren bremsen.7
Hohes Alter allein ist kein Risiko. In einer Beobachtung mit 64 Menschen im Durchschnittsalter von 81 Jahren, die täglich rund 680 mg Magnesium als Abführmittel bekamen, trat keine Hypermagnesiämie auf.1
Das zeigen Studien: Eine Klinikstudie begleitete 320 Menschen, die Magnesiumoxid verschrieben bekamen. Das Risiko für erhöhte Blutwerte stieg bei schwächerer Nierenfunktion, ab 1.650 mg Magnesiumoxid am Tag und nach mehr als fünf Wochen Einnahme.10 1.650 mg Magnesiumoxid entsprechen rund 1.000 mg Magnesium, also dem Vierfachen der EFSA-Obergrenze (unsere Berechnung: Magnesium macht 60 % der Masse von Magnesiumoxid aus).
Magnesium bei Niereninsuffizienz
Wenn du eine Nierenerkrankung hast, nimm Magnesium nur nach Rücksprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Das gilt auch für magnesiumhaltige Abführ- und Magenmittel. Hier liegt das eigentliche Risiko einer Überdosierung.6, 8
Das heißt nicht, dass Magnesium bei Nierenerkrankungen grundsätzlich tabu ist. Viele Nierenkranke haben sogar zu wenig davon. Ob und wie viel sinnvoll ist, lässt sich aber nur mit Blutwerten und ärztlicher Begleitung entscheiden.
Das zeigen Studien: Eine Übersichtsarbeit kommt zu dem Schluss, dass Magnesium bei Nierenerkrankung in Studien sicher gegeben wurde, ohne schwere Hypermagnesiämie.14 Eine kontrollierte Studie mit 148 Menschen mit fortgeschrittener Nierenschwäche fand dagegen Nachteile. Mit Magnesium gab es deutlich häufiger Magen-Darm-Beschwerden (35 gegenüber 9) und mehr schwere unerwünschte Ereignisse als mit einem Scheinpräparat.15
Magnesium und Medikamente
Magnesium kann die Aufnahme einiger Medikamente bremsen, wenn du beides gleichzeitig nimmst. Das ist keine Überdosierung, aber ein häufiger Grund für die Suche nach „Nebenwirkungen“. Mit ein paar Stunden Abstand lässt sich das meist vermeiden.
| Wenn du das nimmst … | … dann beachte |
|---|---|
| Schilddrüsenhormon (Levothyroxin) | zeitlich getrennt nehmen, Abstand mit Arzt oder Apotheke klären16 |
| Antibiotika (Tetracycline, Chinolone) | Magnesium 4 Stunden vorher oder 2 Stunden nachher17 |
| Magnesiumhaltige Abführ- oder Magenmittel | zählen zur Tagesmenge dazu, nicht zusätzlich hoch dosieren1, 6 |
| Lithium | kann die Ausscheidung von Magnesium bremsen, ärztlich besprechen7 |
| Entwässerungs- und Magenschutztabletten | senken eher den Magnesiumwert18 |
Die ausführliche Tabelle mit weiteren Mitteln findest du unter Was sollte man nicht zusammen mit Magnesium einnehmen?
Wichtig: Nimmst du regelmäßig Medikamente, sprich vor der Einnahme von Magnesium mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder in der Apotheke. Das gilt besonders bei Nieren- oder Herzerkrankungen.
Zu viel Magnesium genommen: Was tun?
Das hängt davon ab, was passiert ist:
- Du hast weichen Stuhl oder Durchfall: Magnesium weglassen oder die Menge reduzieren, genug trinken. Das legt sich in der Regel innerhalb weniger Tage.1 Danach mit kleineren Portionen zum Essen neu starten.
- Du hast einmal deutlich mehr genommen als geplant, fühlst dich aber gut: Die nächsten Portionen auslassen. Bei gesunden Nieren wird der Überschuss ausgeschieden.6 Bist du unsicher, frag in der Apotheke nach.
- Du hast eine Nierenerkrankung oder hast große Mengen Abführmittel genommen: Melde dich bei deiner Ärztin, deinem Arzt oder beim Giftinformationszentrum.
Wichtig: Treten nach größeren Mengen Magnesium starke Schwäche, Benommenheit, Verwirrtheit, ein sehr langsamer Puls oder Atemprobleme auf, ruf sofort ärztliche Hilfe, im Notfall die 112. Ob eine Hypermagnesiämie vorliegt, lässt sich nur mit einem Bluttest klären. Die Behandlung gehört in ärztliche Hände.
Das zeigen Studien: Die Übersichtsarbeiten betonen, dass die Anzeichen unspezifisch sind. Deshalb wird die Diagnose oft erst spät gestellt, vor allem bei älteren Menschen, die ihre Beschwerden schlecht äußern können.7, 9 Wird sie rechtzeitig erkannt, lässt sie sich meist gut behandeln.7
So vermeidest du ein Zuviel
Mit ein paar einfachen Regeln bleibst du auf der sicheren Seite:
- Rechne alles zusammen, was gelöstes Magnesium liefert: Kapseln, Pulver, Brausetabletten, Magnesium-Mineralwasser, Abführ- und Magenmittel. Die Summe sollte ohne ärztlichen Rat 250 mg nicht übersteigen.1
- Achte auf die Angabe „Magnesium“ auf dem Etikett, nicht auf das Gewicht der Verbindung. 1.000 mg Magnesiumcitrat enthalten deutlich weniger als 1.000 mg Magnesium.
- Nimm Magnesium zum Essen und teil größere Mengen auf.1
- Nimm nicht mehrere Magnesiumprodukte parallel, etwa ein Mineralstoffpräparat und zusätzlich reines Magnesium.
- Kläre die Einnahme vorher ärztlich ab, wenn du eine Nierenerkrankung hast oder dauerhaft Medikamente nimmst.8

Tipp: Wenn du nicht weißt, wie viel Magnesium in deinem Mineralwasser steckt, schau aufs Etikett. Ein Wasser mit 100 mg pro Liter liefert bei 1,5 Litern am Tag schon 150 mg. Dann bleibt für Kapseln nur noch wenig Spielraum bis 250 mg (unsere Beispielrechnung).
Wann ist zusätzliches Magnesium sinnvoll?
Zusätzliches Magnesium kann sinnvoll sein, wenn du über die Ernährung weniger bekommst, als du brauchst. Der Schätzwert liegt bei 300 mg für Frauen und 350 mg für Männer am Tag.2 Wenig Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse und grünes Gemüse auf dem Speiseplan machen das schwerer.
Manche Medikamente senken den Magnesiumwert, zum Beispiel Entwässerungstabletten und Magenschutz-Tabletten (Protonenpumpenhemmer).18 Wer sie dauerhaft nimmt, sollte den Magnesiumwert mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen. Auch wer viel Sport treibt, hat etwas höheren Bedarf.
Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei. Magnesium trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Wie viel du selbst brauchst und wie du deinen Bedarf abschätzt, erklären wir in Wie viel Magnesium pro Tag? Welche Form zu dir passt, steht in Welches Magnesium ist das beste?
Wie gefährlich ist zu viel Magnesium?
Für gesunde Erwachsene ist Magnesium aus Nahrungsergänzung gut verträglich. Wer bei höchstens 250 mg bleibt, muss nach heutigem Wissen weder mit Durchfall noch mit auffälligen Blutwerten rechnen.1 Wer etwas mehr nimmt, bekommt allenfalls weichen Stuhl. Ernst wird es fast nur bei Nierenschwäche oder bei großen Mengen aus Abführ- und Magenmitteln.6, 7
Unsere Einordnung: Magnesium als Nahrungsergänzung ist für Gesunde eine sichere Sache, wenn du ein paar einfache Regeln beachtest. Unsere Empfehlung: Bleib ohne ärztliche Begleitung bei höchstens 250 mg am Tag aus Nahrungsergänzung, nimm Magnesium zum Essen und teil größere Mengen auf zwei Mahlzeiten auf. Die Grenze beruht auf mildem, vorübergehendem Durchfall, nicht auf einer Gefahr.1 Eine neuere Auswertung fand in den meisten Studien auch mit mehr Magnesium nicht häufiger Durchfall als mit Placebo und fordert, den US-Grenzwert neu zu bewerten.4 Ob die Obergrenze angehoben werden kann, muss eine Neubewertung durch die Behörden zeigen. Mit Nierenerkrankung oder Medikamenten gilt: erst ärztlich abklären.
Häufige Fragen
Wie viel Magnesium am Tag?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt als Schätzwert 300 mg für Frauen und 350 mg für Männer am Tag, aus Essen und Nahrungsergänzung zusammen.2 Aus Nahrungsergänzungsmitteln allein sollten es nicht mehr als 250 mg sein.1 Ausführlich im Artikel Wie viel Magnesium pro Tag?
Welche Nebenwirkungen hat die tägliche Einnahme von Magnesium?
Bei täglicher Einnahme im üblichen Rahmen meist keine. Die typische Nebenwirkung ist weicher Stuhl oder Durchfall, vor allem bei größeren Mengen auf einmal.1 Für Magnesium am Abend gilt dasselbe.
Sind 400 mg Magnesium zu viel?
Als Gesamtmenge aus Essen und Nahrungsergänzung nicht, das liegt im Bereich des Tagesbedarfs.2 Als reine Nahrungsergänzung liegen 400 mg über der EFSA-Obergrenze von 250 mg und über dem US-Wert von 350 mg.1, 3 Gefährlich ist das bei gesunden Nieren nicht, Durchfall wird aber wahrscheinlicher. Wenn dein Arzt dir diese Menge empfiehlt, teil sie auf zwei Mahlzeiten auf.
Sind 500 mg Magnesium zu viel?
Aus Nahrungsergänzung ist das doppelt so viel wie die EFSA-Obergrenze.1 Für Gesunde ist das kein Vergiftungsrisiko, aber Durchfall ist deutlich wahrscheinlicher. Ohne ärztlichen Grund raten wir davon ab. Bei Nierenerkrankungen gilt: nur nach Rücksprache.8
Welche Symptome hat man bei zu viel Magnesium?
Zuerst meist weicher Stuhl oder Durchfall.1 Erst bei stark erhöhten Blutwerten, die fast nur bei Nierenschwäche vorkommen, folgen Übelkeit, Schwindel, Schwäche, Schläfrigkeit, niedriger Blutdruck und ein langsamer Puls.7 Solche Beschwerden gehören sofort ärztlich abgeklärt.
Was sind die Hauptursachen für eine Magnesiumüberdosierung?
Eine eingeschränkte Nierenfunktion und sehr große Mengen Magnesium, meist aus Abführ- oder Magenmitteln.6, 8 Übliche Nahrungsergänzungsmittel allein sind bei gesunden Nieren selten der Grund.1
Kann zu viel Magnesium Kribbeln verursachen?
Kribbeln gehört nicht zu den beschriebenen Anzeichen eines Zuviels.7 Übersichtsarbeiten nennen Muskelkrämpfe und Übererregbarkeit von Nerven und Muskeln eher im Zusammenhang mit einem Magnesiummangel.19 Kribbeln kann aber viele Ursachen haben. Hält es an, lass es ärztlich abklären.
Macht zu viel Magnesium häufigen Harndrang?
Das ist kein typisches Zeichen. Bei sehr hohen Blutwerten beschreibt die Fachliteratur eher Probleme beim Wasserlassen, weil die Blasenmuskulatur erschlafft.7 Häufiger Harndrang hat meist andere Gründe und sollte bei längerer Dauer ärztlich angeschaut werden.
Schadet zu viel Magnesium der Leber?
Dafür gibt es keine Hinweise. Magnesium wird über die Nieren ausgeschieden, nicht über die Leber abgebaut.6 In einer Auswertung von sieben Studien stiegen die Leberwerte mit Magnesium nicht an.20
Kann Magnesium die Schilddrüse beeinflussen?
Magnesium kann die Aufnahme von Schilddrüsenhormon (Levothyroxin) etwas senken, wenn du beides gleichzeitig nimmst. Deshalb zeitlich getrennt einnehmen.16 Umgekehrt kann eine starke Schilddrüsenunterfunktion in seltenen Fällen die Ausscheidung von Magnesium bremsen.7
Grenzen der Forschung und alle Quellen
Zur Hypermagnesiämie gibt es vor allem Fallberichte und Klinikstudien, meist aus Japan, wo Magnesiumoxid häufig als Abführmittel verschrieben wird. Sie betreffen fast immer kranke oder ältere Menschen und viel höhere Mengen als in Nahrungsergänzungsmitteln. Studien zu Nebenwirkungen erfassen Durchfall oft nur als Selbstauskunft und ohne einheitliche Definition. Wie schnell der Durchfall nach der Einnahme einsetzt, ist für Nahrungsergänzungsmittel nicht genau untersucht. Die EFSA-Obergrenze stammt von 2001, eine aktuelle Neubewertung durch die EU gibt es bisher nicht. Die neuere Auswertung, die mehr Spielraum sieht, hat ein Magnesium-Forschungsverein selbst finanziert, und eine Autorin hält ein Patent auf ein Magnesiumprodukt. Eine darin zitierte ältere Studie mit 50 Erwachsenen und Magnesiumoxid zeigt außerdem, dass Durchfall bei höheren Mengen durchaus häufig sein kann.4 Bei Nierenerkrankung sind die Studien uneinheitlich, und ob Magnesium die dort beobachteten schweren Ereignisse verursacht hat, ist offen.14, 15
▸ Alle 20 Studien und Quellen anzeigen
| # | Studie | Wer untersucht | Ergebnis | Aussagekraft |
|---|---|---|---|---|
| 1 | EFSA / SCF 2001 | Behördengutachten | Obergrenze 250 mg/Tag aus Nahrungsergänzung, Wasser, angereicherten Lebensmitteln; Nahrung ausgenommen; Durchfall ab ca. 360 mg bei wenigen | offizielle Bewertung |
| 2 | DGE 2021 | Referenzwerte | 300 mg (Frauen), 350 mg (Männer) pro Tag | offizielle Empfehlung |
| 3 | Institute of Medicine 1997 | US-Referenzwerte | Obergrenze 350 mg/Tag aus Nahrungsergänzung | offizielle Bewertung |
| 4 | Costello et al. 2023, Adv Nutr | 10 Studien 1997 bis 2022 | 7 von 10 Studien: Durchfall nicht häufiger als mit Placebo | Übersicht mit Einordnung, finanziert von einem Magnesium-Verein |
| 5 | Zhang et al. 2016, J Nutr | 48 Studien, 2.131 Personen | Blutwert steigt mit Nahrungsergänzung im Mittel um 0,04 mmol/L | Meta-Analyse |
| 6 | Van Laecke 2018, Acta Clin Belg | Übersichtsarbeit | schwere Hypermagnesiämie fast nur bei Nierenschwäche plus viel Magnesium | Review |
| 7 | Aalhamad et al. 2023, Medicina | Übersichtsarbeit | Normbereich, Symptome je Blutwert, Ursachen | Review |
| 8 | Rosner et al. 2023, Mayo Clin Proc | Übersichtsarbeit | Hypermagnesiämie vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion und Magnesium-Arzneimitteln | Review |
| 9 | Nishikawa et al. 2018, Acute Med Surg | 15 Klinikpatienten mit Notfall-Dialyse | alle mit Magnesiumoxid, 14 über 65 Jahre | Fallserie |
| 10 | Wakai et al. 2019, J Pharm Health Care Sci | 320 Klinikpatienten mit Magnesiumoxid | Risiko steigt bei Nierenschwäche, ab 1.650 mg/Tag, nach über 36 Tagen | Beobachtungsstudie |
| 11 | Mori et al. 2021, Nutrients | Übersichtsarbeit | Magnesiumoxid wirkt abführend, weil es Wasser im Darm hält | Review |
| 12 | Fine et al. 1991, N Engl J Med | 359 Menschen mit chronischem Durchfall | bei 4,2 % zu viel Magnesium als wichtige Ursache | Diagnosestudie |
| 13 | Schuette et al. 1994, JPEN | 12 Patienten nach Darmoperation | Glycinat besser vertragen als Magnesiumoxid | kleine kontrollierte Studie |
| 14 | Vermeulen et al. 2023, Nutrients | Übersichtsarbeit Nierenerkrankung | Magnesium in Studien sicher, keine schwere Hypermagnesiämie | Review |
| 15 | Bressendorff et al. 2023, J Am Soc Nephrol | 148 Menschen mit fortgeschrittener Nierenschwäche, 12 Monate | mehr Magen-Darm-Beschwerden und schwere Ereignisse mit Magnesium | kontrollierte Studie |
| 16 | Attinger et al. 2025, Clin Transl Sci | 15 Gesunde | Schilddrüsenhormon: bis 12 % weniger Aufnahme | klein |
| 17 | Ogawa & Echizen 2011, Drugs | Übersichtsarbeit | Antibiotika: 4 h vorher oder 2 h nachher | Review |
| 18 | Gröber 2019, Int J Mol Sci | Übersichtsarbeit | Entwässerungsmittel und Magenschutz senken Magnesium | Review |
| 19 | Bosman et al. 2021, Proc Nutr Soc | Übersichtsarbeit | Magnesiummangel: u. a. Muskelkrämpfe, Müdigkeit | Review |
| 20 | Leyva-Velázquez et al. 2026, Nutr Metab Cardiovasc Dis | 7 Studien | Leberwerte stiegen mit Magnesium nicht an | Meta-Analyse |
Autor: Redaktion PRONESIUM · Zuletzt geprüft am 29.09.2026 · Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.





