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Magnesium als Tabletten, Kapseln, Pulver, Brausetabletten oder flüssig: Welche Form passt zu dir?

Magnesium als Tabletten, Kapseln, Pulver, Brausetabletten oder flüssig: Welche Form passt zu dir?

Kurz gesagt: Jede Darreichungsform kann dich gut mit Magnesium versorgen. Tabletten sind praktisch und günstig, Kapseln kommen mit wenigen Zusätzen aus, Pulver lässt sich fein dosieren. Brausetabletten und flüssiges Magnesium sind bereits gelöst und leicht einzunehmen. Wähle die Form, die du gern jeden Tag nimmst, und prüfe auf dem Etikett die Menge an reinem Magnesium.

Das Wichtigste in Kürze

  • Alle Formen funktionieren: Bei Gesunden halten Magnesiumpräparate jeder Art den Spiegel im normalen Bereich.1
  • Gelöst hilft: Was sich gut auflöst, wird gut aufgenommen. In einer Studie kam aus Brausetabletten mehr Magnesium an als aus Kapseln mit derselben Verbindung.2
  • Die Verbindung zählt mehr als die Hülle: Ob Citrat, Bisglycinat oder Oxid drin ist, beeinflusst die Aufnahme stärker als die Frage Tablette oder Kapsel.1
  • Brausetabletten enthalten Natrium: im Schnitt gut 230 mg pro Magnesium-Brausetablette, meist ohne Angabe auf der Packung.3
  • Auf dem Etikett zählt das Magnesium, nicht das Gewicht der ganzen Verbindung. 500 mg Magnesiumcitrat liefern nur rund 80 mg Magnesium.

Inhalt

  1. Welche Darreichungsform ist die beste?
  2. Magnesium-Tabletten
  3. Magnesium-Kapseln
  4. Magnesium-Pulver
  5. Magnesium-Brausetabletten: Sind sie sinnvoll?
  6. Flüssiges Magnesium
  7. Magnesium-Kautabletten
  8. Wird Magnesium aus Pulver besser aufgenommen als aus Tabletten?
  9. So liest du das Etikett
  10. Woran erkennst du gute Magnesium-Tabletten?
  11. Häufige Fragen
  12. Grenzen der Forschung und alle Quellen
Magnesium Darreichungsformen im Vergleich: Tablette, Kapsel, Pulver, Brausetablette und flüssiges Magnesium nebeneinander

Welche Darreichungsform ist die beste?

Die beste Form ist die, die du gern und regelmäßig nimmst. Wer ungern schluckt, greift zu Pulver, Brausetabletten oder flüssigem Magnesium. Wer es schlicht und unterwegs mag, ist mit Tabletten oder Kapseln gut bedient.

Form Das spricht dafür Darauf achten Passt gut, wenn du …
Tabletten günstig, handlich, viel Magnesium in einer Tablette möglich Hilfsstoffe zum Pressen, teils groß unkompliziert und unterwegs einnehmen willst
Kapseln meist wenige Zusätze, geschmacksneutral, vegane Hüllen möglich Gelatine ist nicht vegan; organische Formen brauchen oft mehrere Kapseln wenig Zusatzstoffe möchtest
Pulver frei dosierbar, keine Hülle, lässt sich über den Tag verteilen Geschmack, Aromen und Süßstoffe, Abmessen ungern schluckst oder Portionen aufteilen willst
Brausetabletten bereits gelöst, angenehm zu trinken Natrium, oft Carbonat, Süßungsmittel gern ein Getränk magst und nicht auf Salz achten musst
Flüssig (Trinkampulle, Konzentrat) bereits gelöst, leicht zu schlucken Geschmack, Konservierungsstoffe, Dosierung pro Milliliter Tabletten und Kapseln nicht schlucken kannst
Kautabletten ohne Wasser, angenehmer Geschmack Zucker oder Zuckeraustauschstoffe eine Tablette nicht im Ganzen schlucken magst

Das zeigen Studien: Eine systematische Übersicht über 14 Vergleichsstudien kommt zu dem Schluss, dass alle Magnesiumpräparate bei gesunden Menschen ohne Mangel den Spiegel im normalen Bereich halten können.1 Unterschiede in der Aufnahme hängen vor allem an der Verbindung und an der Frage, wie gut sich ein Präparat auflöst.1, 4

Magnesium-Tabletten: Vor- und Nachteile

Tabletten sind die bekannteste Form, und das zu Recht: Sie sind günstig, halten lange und passen in jede Tasche. Eine einzige Tablette kann viel Magnesium enthalten, vor allem wenn sie Magnesiumoxid enthält, das zu 60 % aus Magnesium besteht.5

Der Haken liegt in der Herstellung. Damit sich Pulver zu einer Tablette pressen lässt, braucht es Hilfsstoffe: Füllstoffe wie Cellulose, Bindemittel und Trennmittel wie Magnesiumstearat. Das ist erlaubt und unbedenklich. Die EU-Lebensmittelbehörde sieht bei Magnesiumstearat in den üblichen Mengen keine Sicherheitsbedenken.6 Titandioxid (E 171), früher ein beliebter weißer Überzug, ist seit 2022 in Lebensmitteln und damit auch in Nahrungsergänzung nicht mehr zugelassen.7

Wichtiger für dich ist, wie schnell die Tablette im Magen zerfällt. Eine Tablette muss sich erst auflösen, bevor dein Darm das Magnesium aufnehmen kann.

Das zeigen Studien: Im Labor verglichen, lösten sich 15 handelsübliche Magnesiumpräparate sehr unterschiedlich gut auf. Das Präparat, das im Labor am schlechtesten abschnitt, wurde auch von Menschen deutlich schlechter aufgenommen.4 Tabletten mit Überzug gaben in einem älteren Laborvergleich weniger Magnesium frei als Granulat, Kau- oder Brausetabletten.8

Depot- und magensaftresistente Tabletten: Depot-Tabletten geben ihr Magnesium langsam ab. In einer Studie mit zwei 500-mg-Präparaten wurde Magnesium aus einer Tablette mit verzögerter Abgabe genauso gut aufgenommen und vertragen wie aus einer schnell freisetzenden.9 Bei einem magensaftresistent überzogenen Magnesiumchlorid kam dagegen deutlich weniger an als aus gelöstem Magnesium.10

Magnesium-Kapseln: Vor- und Nachteile

Kapseln sind eine gute Wahl, wenn du möglichst wenig Zusätze möchtest. Das Pulver wird nur in eine Hülle gefüllt und nicht gepresst, deshalb brauchen Kapseln meist weniger Hilfsstoffe als Tabletten. Sie schmecken nach nichts und rutschen dank glatter Oberfläche gut.

Die Hülle besteht entweder aus Gelatine, die von Rind oder Schwein stammt, oder aus pflanzlicher Cellulose (Hydroxypropylmethylcellulose, kurz HPMC). Kapseln aus HPMC sind vegan. Steht auf der Zutatenliste „Gelatine“, ist die Kapsel es nicht.

Das zeigen Studien: Im Magen öffnen sich beide Hüllen nach wenigen Minuten. Bei acht nüchternen Männern zerfielen Cellulose-Kapseln nach durchschnittlich 9 Minuten, Gelatine-Kapseln nach 7 Minuten. Der Unterschied war statistisch nicht sicher.11 Nach einer Mahlzeit dauerte es bei beiden etwas länger, wieder ohne sicheren Unterschied.12

Ein Nachteil betrifft vor allem organische Formen: Sie enthalten weniger Magnesium pro Gramm. Für 250 mg Magnesium brauchst du rund 1,5 g Magnesiumcitrat oder 1,8 g Bisglycinat, aber nur gut 0,4 g Magnesiumoxid (unsere Berechnung aus den Molmassen).5 Deshalb sind es bei Citrat oder Bisglycinat oft zwei bis drei Kapseln pro Tag.

Tipp: Wenn große Tabletten oder Kapseln schlecht rutschen, nimm mehrere kleinere statt einer großen und trink einen großen Schluck Wasser dazu. Damit bist du nicht allein. In einer Befragung in Hausarztpraxen hatten 37 % von 1.051 Menschen schon einmal Probleme, Tabletten oder Kapseln zu schlucken.13 In einer anderen Befragung nahmen vier von fünf Teilnehmenden lieber drei mittelgroße Tabletten als eine sehr große.14

Magnesium-Pulver: Vor- und Nachteile

Pulver ist die flexibelste Form. Du dosierst mit dem Messlöffel genau so viel, wie du brauchst, und kannst die Tagesmenge leicht auf zwei oder drei Getränke verteilen. Das lohnt sich, denn von kleineren Portionen nimmt dein Körper einen größeren Anteil auf. Wie das am besten geht, steht in Wann sollte man Magnesium einnehmen?

Pulver ist außerdem eine gute Lösung, wenn du ungern schluckst. Reines Pulver ohne Aromen kommt ganz ohne Kapselhülle und Presshilfen aus.

Magnesium Pulver einnehmen: Pulver wird in der Küche in ein Glas Wasser gerührt

Worauf du achten solltest: Magnesiumcitrat schmeckt säuerlich, Magnesiumchlorid bitter. Viele Pulver enthalten deshalb Aromen, Zucker oder Süßstoffe. Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich: Die Zutaten stehen dort nach ihrem Gewichtsanteil geordnet, die größte Menge zuerst.15

Das zeigen Studien: Löslichkeit ist bei Pulver die wichtigste Eigenschaft. Magnesiumcitrat löste sich im Labor schon in reinem Wasser zu 55 %, Magnesiumoxid dagegen fast gar nicht. Selbst bei viel Magensäure lösten sich nur 43 % des Oxids.16 Passend dazu wurde aus dem Citrat mehr Magnesium aufgenommen.16

Magnesium-Brausetabletten: Sind sie sinnvoll?

Ja, für viele Menschen sind Brausetabletten eine angenehme Lösung. Sie lösen sich im Wasser vollständig auf, du trinkst dein Magnesium also schon gelöst. Das ist gut für die Aufnahme und für alle, die keine Tabletten schlucken mögen.

Das zeigen Studien: Forschende gaben 13 jungen Männern dieselbe Menge Magnesium als Brausetablette und als Kapsel. Nach der Brausetablette stieg das Magnesium im Urin, ein Maß für die Aufnahme, um 40 %, nach der Kapsel um 20 %.2 Die Forschenden erklären das damit, dass das Magnesium aus der Brausetablette schon gelöst im Körper ankommt.2

Zwei Dinge solltest du bei Brausetabletten wissen:

  1. Natrium: Der Sprudel entsteht meist aus Natriumhydrogencarbonat und Säure. Forschende haben 39 Brausetabletten aus deutschen Supermärkten und Drogerien gemessen. Magnesium-Brausetabletten enthielten im Schnitt 233 mg Natrium pro Tablette, nur fünf der 39 Produkte gaben den Natriumgehalt auf der Packung an.3 Zum Vergleich: Die EU-Lebensmittelbehörde hält 2 g Natrium am Tag für Erwachsene für sicher und ausreichend.17 Eine Brausetablette liefert also rund ein Achtel davon, das entspricht etwa 0,6 g Salz (unsere Berechnung). Eine Kennzeichnung ist für Nahrungsergänzung nicht vorgeschrieben.18
  2. Menge: Brausetabletten enthalten oft viel Magnesium auf einmal. In einer Untersuchung von 71 Brausetabletten lagen 18 % über einer festgelegten Höchstmenge für die Tageszufuhr, meist wegen des Magnesiums.19 Bleib bei Magnesium aus Nahrungsergänzung bei höchstens 250 mg am Tag.20

Wichtig: Wenn du auf ärztlichen Rat Salz sparen sollst, zum Beispiel bei Bluthochdruck, Herz- oder Nierenerkrankungen, nimm lieber Kapseln, Tabletten oder Pulver ohne Natriumzusatz. Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann sich außerdem Magnesium im Körper anreichern, egal in welcher Form.21 Sprich dann vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Zu Schilddrüsenhormon, bestimmten Antibiotika und Osteoporose-Mitteln brauchst du einige Stunden Abstand. Details stehen in Wann sollte man Magnesium einnehmen?

Brausetabletten ziehen Feuchtigkeit an und stecken deshalb in fest verschlossenen Röhrchen.22 Schließ das Röhrchen nach jeder Entnahme gleich wieder, sonst sprudeln die Tabletten später schwächer.

Flüssiges Magnesium: Vor- und Nachteile

Flüssiges Magnesium gibt es als Trinkampulle oder als Konzentrat, das du in Wasser gibst. Wie bei Brausetabletten ist das Magnesium bereits gelöst. Das macht die Einnahme sehr leicht, auch für Menschen, die gar keine Tabletten schlucken können.

Das zeigen Studien: Gelöstes Magnesium wird gut aufgenommen. Bei 22 Männern stieg der Magnesiumwert im Blut nach magnesiumreichem Mineralwasser ähnlich an wie nach einer Magnesiumkapsel.23 In einer weiteren Studie mit 22 Erwachsenen wurden je 100 mg Magnesium aus vier Mineralwässern, aus Brot und aus einem Präparat gleich gut aufgenommen.24

Achte bei flüssigen Produkten auf die Menge pro Milliliter, damit du richtig dosierst, und auf Zusätze wie Konservierungsstoffe, Zucker oder Aromen. Bitter schmeckendes Magnesiumchlorid wird oft mit Geschmack überdeckt. Auch magnesiumreiches Mineralwasser ist eine Art flüssiges Magnesium: Auf dem Etikett steht, wie viel Milligramm pro Liter es enthält.

Magnesium-Kautabletten

Kautabletten sind praktisch, wenn du kein Wasser zur Hand hast oder eine Tablette nicht im Ganzen schlucken magst. Sie schmecken meist fruchtig. Im Laborvergleich gaben Kautabletten ihr Magnesium gut frei, ähnlich wie Granulat und Brausetabletten.8

Für den guten Geschmack sorgen Zucker oder Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit oder Xylit. Enthält ein Produkt mehr als 10 % davon, muss auf der Packung stehen: „kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“.15 Weil auch zu viel Magnesium auf einmal den Stuhl weicher macht, nimmst du Kautabletten am besten zum Essen und nicht mehrere auf einmal. Mehr zur Verträglichkeit liest du unter Zu viel Magnesium.

Wird Magnesium aus Pulver besser aufgenommen als aus Tabletten?

Gelöste Formen haben einen kleinen Vorsprung, weil dein Körper Magnesium nur in gelöster Form aufnehmen kann. Pulver, Brausetabletten und flüssiges Magnesium bringen es schon gelöst mit. Eine gute Tablette oder Kapsel zerfällt aber im Magen ebenfalls rasch und holt das schnell nach.

Das zeigen Studien: Aus Brausetabletten kam in einer Studie doppelt so viel zusätzliches Magnesium im Urin an wie aus Kapseln mit derselben Verbindung.2 Im Labor gaben Granulat, Kau- und Brausetabletten mehr Magnesium frei als Kapseln und überzogene Tabletten.8 Noch stärker wirkt sich die Verbindung aus: Organische Formen wie Citrat werden in Studien besser aufgenommen als Magnesiumoxid.1, 16 Welche Verbindung zu dir passt, erklären wir unter Welches Magnesium ist das beste?

Unsere Einordnung: Wähl zuerst die Verbindung, dann die Darreichungsform. Eine gut lösliche organische Form wie Citrat oder Bisglycinat ist als Kapsel, Tablette oder Pulver eine gute Grundlage. Wenn du ungern schluckst oder dein Magnesium lieber trinkst, sind Pulver, Brausetabletten oder flüssiges Magnesium eine gute Wahl. Musst du auf Salz achten, nimm Brausetabletten nur gelegentlich. Wie groß der Vorteil gelöster Formen über Wochen ist, müssen direkte Vergleichsstudien noch zeigen.

Wie dein Körper Magnesium im Darm aufnimmt und welche Rolle die Magensäure dabei spielt, liest du in Welches Magnesium wird am besten aufgenommen?

So liest du das Etikett: Magnesium oder Magnesiumverbindung?

Auf jeder Packung findest du zwei verschiedene Zahlen, und hier passiert die häufigste Verwechslung. Groß auf der Vorderseite steht oft das Gewicht der ganzen Verbindung, etwa „500 mg Magnesiumcitrat“. In der Nährwerttabelle auf der Rückseite steht dagegen die Menge an Magnesium selbst. Nur diese Zahl zählt für deine Versorgung. So schreibt es auch das EU-Recht für Nahrungsergänzung vor.25

Wie viel Magnesium in einer Verbindung steckt, hängt von der Form ab. Magnesiumoxid besteht zu 60 % aus Magnesium, Magnesiumcarbonat zu 29 %, Magnesiumcitrat zu 16 % und Magnesiumbisglycinat zu 14 % (unsere Berechnung aus den Molmassen).5

So geht's praktisch:

  • Magnesium pro Tagesportion suchen: Die Zeile „Magnesium“ in der Nährwerttabelle nennt das reine Magnesium. 500 mg Magnesiumcitrat liefern rund 80 mg Magnesium, 500 mg Magnesiumoxid rund 300 mg (unsere Berechnung).
  • Prozentangabe richtig lesen: Die Prozentzahl daneben bezieht sich auf den EU-Referenzwert von 375 mg für die Kennzeichnung.15 100 % heißt also 375 mg, nicht dein persönlicher Bedarf.
  • Portion beachten: Die Angaben gelten oft für zwei oder drei Kapseln, nicht für eine.
  • Zutatenliste lesen: Welche Verbindung steckt drin, welche Hülle, welche Süßungsmittel?
  • Warnhinweise beachten: etwa „kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“ bei viel Zuckeraustauschstoff.15

Wie viel Magnesium du am Tag brauchst und wie viel aus Nahrungsergänzung sinnvoll ist, steht in Wie viel Magnesium pro Tag?

Das zeigen Studien: Die Angaben auf der Packung stimmen nicht immer genau. In einer polnischen Untersuchung von 116 Magnesiumpräparaten lag der gemessene Gehalt bei 58,7 % außerhalb der dort erlaubten Abweichung.26 Bei Brausetabletten fanden Forschende bei 11 % der Produkte Abweichungen über die erlaubte Spanne hinaus.19 Ein Hersteller, der seine Chargen im Labor prüfen lässt und die Ergebnisse zeigt, gibt dir hier mehr Sicherheit.

Woran erkennst du gute Magnesium-Tabletten?

Gute Magnesium-Tabletten, Kapseln oder Pulver erkennst du an wenigen Punkten. Alle kannst du selbst auf der Packung prüfen:

Prüfpunkt Darauf achtest du
Verbindung gut lösliche Form, zum Beispiel Citrat oder Bisglycinat; Oxid liefert viel Magnesium pro Tablette, wird aber schlechter aufgenommen1
Magnesium pro Tag klar angegeben, aus Nahrungsergänzung höchstens 250 mg20
Portionsgröße Tabletten oder Kapseln, die du gut schlucken kannst; lieber mehrere kleine als eine sehr große
Zusatzstoffe kurze Zutatenliste, Süßungsmittel und Aromen nur, wo sie dir wichtig sind
Natrium bei Brausetabletten angegeben, vor allem wenn du Salz sparen sollst3
Hülle HPMC, wenn du vegan lebst; Gelatine, wenn dir das egal ist
Prüfung Laboranalysen der Charge, die der Hersteller offenlegt

Das wichtigste Kriterium bleibt, dass du dein Präparat regelmäßig nimmst. Wofür Magnesium im Körper gebraucht wird, liest du in unserem Überblick Magnesium: Wirkung im Körper.

Häufige Fragen

Was ist besser: Magnesium-Tabletten oder Pulver? Beides kann dich gut versorgen. Pulver ist frei dosierbar und schon gelöst, wenn du es trinkst. Tabletten sind praktischer für unterwegs. Für die Aufnahme ist die Verbindung, etwa Citrat statt Oxid, wichtiger als die Form.1

Sind Magnesium-Brausetabletten sinnvoll? Ja, wenn du dein Magnesium gern trinkst. Das Magnesium ist gelöst, und in einer Studie wurde mehr davon aufgenommen als aus Kapseln.2 Denk an das Natrium: im Schnitt rund 230 mg pro Tablette.3 Wer Salz sparen soll, nimmt besser eine andere Form.

Wofür sind Magnesium-Tabletten gut? Für dasselbe wie Magnesium in jeder anderen Form. Magnesium trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei. Magnesium trägt zum Elektrolytgleichgewicht bei. Magnesium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei.

Sind Magnesium-Kapseln vegan? Das hängt von der Hülle ab. Kapseln aus HPMC (pflanzliche Cellulose) sind vegan, Gelatinekapseln nicht. Steht „Gelatine“ in der Zutatenliste, stammt die Hülle von Tieren.

Was ist ein Magnesium-Komplex in Kapseln? Ein Komplex mischt mehrere Verbindungen, zum Beispiel Citrat, Bisglycinat und Oxid. Wie viel von welcher Form drin ist, steht nicht immer auf der Packung. Was das für die Aufnahme bedeutet, erklären wir unter Welches Magnesium ist das beste?

Können Magnesium-Tabletten schlecht werden? Das Mineral selbst zerfällt nicht. Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt an, bis wann der Hersteller die Eigenschaften des Produkts bei richtiger Lagerung garantiert.15 Lagere Tabletten, Kapseln und vor allem Brausetabletten trocken und gut verschlossen.22 Ist ein Produkt verklumpt, verfärbt oder riecht ungewohnt, wirf es weg.

Grenzen der Forschung und alle Quellen

Direkte Vergleiche verschiedener Darreichungsformen mit derselben Verbindung gibt es kaum. Die Brausetabletten-Studie war klein, untersuchte nur junge Männer und maß die Aufnahme über kurze Zeiträume.2 In einer anderen kleinen Studie stieg der Magnesiumwert im Blut nach zehn Tagen mit Carbonat-Brausetabletten nicht an, mit einem Oxid-Granulat dagegen schon.27 Hier unterschieden sich Form und Verbindung gleichzeitig, das Ergebnis lässt sich also nicht allein der Brausetablette zuschreiben. Viele Befunde zum Zerfall stammen aus dem Labor oder aus Versuchen mit Kapseln, die gar kein Magnesium enthielten.8, 11, 12 Die Studie mit 15 Präparaten wurde von einem Hersteller der getesteten Produkte finanziert,4 die Depot-Studie ebenfalls,9 die Mineralwasser-Studie mit 22 Erwachsenen vom Verband Deutscher Mineralbrunnen.24 Die meisten Studien messen den Blut- oder Urinwert nach einer einzelnen Portion, was wenig über die Versorgung über Monate aussagt. Zum Natrium aus Brausetabletten gibt es Messungen der Produkte, aber keine Studien zu Folgen von Magnesium-Brausetabletten selbst.3, 18

Alle 27 Studien und Quellen anzeigen
# Studie Wer wurde untersucht Ergebnis Aussagekraft
1 Pardo et al. 2021, Nutrition 14 Vergleichsstudien zu Magnesiumformen organische Formen besser aufgenommen als anorganische; alle Präparate halten bei Gesunden den Spiegel systematischer Review
2 Siener et al. 2011, Urol Res 13 gesunde junge Männer, je 450 mg Magnesium als Oxid Urin-Magnesium +40 % nach Brausetablette, +20 % nach Kapsel kleine kontrollierte Studie im Wechsel; Finanzierung nicht angegeben
3 Kunz et al. 2023, BMJ Open 39 Brausetabletten aus Deutschland, gemessen im Schnitt 284 mg Natrium pro Tablette, Magnesium-Produkte 233 mg; nur 5 von 39 mit Angabe Laboranalyse; ohne Herstellerfinanzierung
4 Blancquaert et al. 2019, Nutrients 15 Präparate im Labor, 30 Personen Auflösung sehr unterschiedlich; schlecht lösliches Präparat auch im Menschen schlechter aufgenommen Labor + kleine Studie; finanziert von einem Hersteller der getesteten Präparate
5 PubChem: Oxid 14792, Citrat 6099959, Bisglycinat 84645, Carbonat 11029 Stoffdatenbank Molmassen: Magnesiumanteil Oxid 60,3 %, Carbonat 28,8 %, Citrat 16,2 %, Bisglycinat 14,1 % Referenzdaten, unsere Berechnung
6 EFSA ANS Panel 2018, EFSA J Behördengutachten zu E 470a/b (u. a. Magnesiumstearat) keine Sicherheitsbedenken bei üblicher Verwendung offizielle Bewertung
7 Verordnung (EU) 2022/63 EU-Recht Titandioxid (E 171) als Lebensmittelzusatzstoff nicht mehr zugelassen Rechtsgrundlage
8 Steinmetz et al. 1999, J Med Food 10 handelsübliche Präparate im Labor Kapseln und überzogene Tabletten setzen weniger frei als Granulat, Kau- und Brausetabletten Laborversuch, älter; Finanzierung nicht ermittelbar
9 Greupner et al. 2020, J Diet Suppl Gesunde, je 500 mg, sofortige vs. verzögerte Abgabe kein Unterschied bei Aufnahme und Verträglichkeit kontrollierte Studie im Wechsel; finanziert vom Hersteller
10 Fine et al. 1991, J Clin Invest Gesunde, steigende Mengen zur Mahlzeit aus magensaftresistentem Magnesiumchlorid viel weniger aufgenommen als aus gelöstem Acetat Grundlagenstudie
11 Tuleu et al. 2007, Eur J Pharm Sci 8 nüchterne Männer, Kapseln mit Laktose-Füllung HPMC-Kapseln nach 9, Gelatine nach 7 Minuten zerfallen, kein sicherer Unterschied kleine Bildgebungsstudie, kein Magnesium
12 Jones et al. 2012, Int J Pharm 8 Männer, nüchtern und nach Mahlzeit nach Mahlzeit 16 bzw. 12 Minuten, kein sicherer Unterschied kleine Bildgebungsstudie, kein Magnesium
13 Schiele et al. 2013, Eur J Clin Pharmacol 1.051 Patienten in 11 Hausarztpraxen 37,4 % mit Schluckproblemen bei Tabletten oder Kapseln Befragung
14 Fields et al. 2015, Curr Ther Res 99 Erwachsene 4 von 5 lieber drei mittelgroße als eine sehr große Tablette kleine Befragung
15 Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (LMIV) EU-Recht Zutaten nach Gewicht geordnet (Art. 18), Mindesthaltbarkeit (Art. 2), Warnhinweis Zuckeraustauschstoffe (Anhang III), Referenzwert Magnesium 375 mg (Anhang XIII) Rechtsgrundlage
16 Lindberg et al. 1990, J Am Coll Nutr Löslichkeit im Labor, Aufnahme bei Gesunden Citrat löst sich in Wasser zu 55 %, Oxid kaum (43 % bei viel Säure); Citrat besser aufgenommen klein, älter, Standardstudie
17 EFSA NDA Panel 2019, EFSA J Behördengutachten 2,0 g Natrium am Tag sicher und ausreichend für Erwachsene offizielle Bewertung
18 Žmitek et al. 2026, J Food Compos Anal 71 Brausetabletten aus Slowenien, gemessen im Schnitt 253 mg Natrium pro Portion; 77 % ohne Angabe; Kennzeichnung nicht Pflicht Laboranalyse, öffentlich gefördert
19 Hribar et al. 2026, J Food Compos Anal 71 Brausetabletten aus Slowenien, gemessen 11 % außerhalb der erlaubten Abweichung; 18 % über Höchstmengen, meist wegen Magnesium Laboranalyse, öffentlich gefördert
20 EFSA / SCF 2001 Behördengutachten Obergrenze 250 mg/Tag aus Nahrungsergänzung offizielle Bewertung
21 Rosner et al. 2023, Mayo Clin Proc Übersichtsarbeit Anreicherung bei eingeschränkter Nierenfunktion Review
22 Jadhav et al. 2023, Int J Drug Deliv Technol Übersichtsarbeit zu Brausetabletten feuchtigkeitsempfindlich, brauchen spezielle Verpackung Review
23 Kleczka et al. 2006, Forsch Komplementmed 22 gesunde Männer, Mineralwasser vs. Kapsel Anstieg im Blut nach Mineralwasser ähnlich wie nach Kapsel kleine kontrollierte Studie
24 Schneider et al. 2017, Food Nutr Res 22 Erwachsene, je 100 mg aus 4 Mineralwässern, Brot, Präparat kein Unterschied in der Aufnahme kontrollierte Studie im Wechsel; finanziert vom Verband Deutscher Mineralbrunnen
25 Richtlinie 2002/46/EG EU-Recht Menge der Mineralstoffe auf dem Etikett als Mineralstoff (Magnesium) anzugeben Rechtsgrundlage
26 Puścion-Jakubik et al. 2021, Nutrients 116 Magnesiumpräparate aus Polen, gemessen 58,7 % außerhalb der erlaubten Abweichung (−20 % bis +45 %) Laboranalyse, universitär
27 Ivanovic et al. 2022, BioMetals 61 junge Frauen, 10 Tage Carbonat-Brausetabletten ohne Anstieg, Oxid-Granulat mit Anstieg kleine Studie, Form und Verbindung vermischt

Autor: Redaktion PRONESIUM · Zuletzt geprüft am 01.10.2026 · Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

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