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Magnesiummangel: Symptome, Ursachen und was du tun kannst

Magnesiummangel: Symptome, Ursachen und was du tun kannst

Kurz gesagt: Ein Magnesiummangel zeigt sich vor allem an Muskeln und Nerven: Krämpfe, Zittern, Müdigkeit und Erschöpfung, bei starkem Mangel auch Herzrhythmusstörungen. Häufige Ursachen sind wenig Vollkorn und Nüsse im Essen, viel Alkohol, Typ-2-Diabetes, Darmerkrankungen und Magenschutz-Tabletten. Anhaltende Beschwerden lässt du ärztlich abklären. Mit Essen und bei Bedarf einem Präparat lässt sich die Versorgung gut verbessern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Typische Anzeichen: Muskelkrämpfe und Muskelzucken, Müdigkeit, Erschöpfung, Schlafprobleme und Reizbarkeit. Ein starker Mangel kann das Herz aus dem Takt bringen.
  • Gut zu wissen: Ein leichter Mangel macht oft kaum Beschwerden, und die Anzeichen haben viele mögliche Ursachen. Deshalb gehören sie in ärztliche Hände.
  • Häufige Ursachen: wenig Magnesium im Essen, viel Alkohol, Typ-2-Diabetes, Morbus Crohn sowie die Dauereinnahme von Magenschutz-Tabletten oder bestimmten Entwässerungsmitteln.
  • Kalium hängt mit dran: Fehlt Magnesium, verliert der Körper leichter Kalium. Deshalb lohnt es sich, beide Werte prüfen zu lassen.
  • Was hilft: magnesiumreich essen (Vollkorn, Nüsse, Kerne, Hülsenfrüchte), die Ursache klären und bei Bedarf bis zu 250 mg Magnesium am Tag aus einem Präparat ergänzen.

Inhalt

  1. Was ist ein Magnesiummangel?
  2. Welche Symptome hat ein Magnesiummangel?
  3. Symptome bei Frauen und Männern: Gibt es Unterschiede?
  4. Was sind die Ursachen für einen Magnesiummangel?
  5. Magnesium- und Kaliummangel: Wie hängt das zusammen?
  6. Wie stellt man einen Magnesiummangel fest?
  7. Magnesiummangel: Was tun?
  8. Was essen bei Magnesiummangel?
  9. Häufige Fragen
  10. Grenzen der Forschung und alle Quellen

Was ist ein Magnesiummangel?

Von einem Magnesiummangel spricht man, wenn dem Körper auf Dauer weniger Magnesium zur Verfügung steht, als er braucht. Das kann zwei Gründe haben: Es kommt zu wenig über das Essen herein, oder der Körper verliert zu viel über Darm oder Nieren.

Wichtig ist der Unterschied zwischen einer knappen Versorgung und einem echten Mangel. Knapp versorgt ist, wer über Wochen unter seinem Bedarf isst. Das ist recht verbreitet und fällt meist nicht auf. Ein echter Mangel mit niedrigem Blutwert ist seltener und hat fast immer eine greifbare Ursache, etwa ein Medikament oder eine Erkrankung.

Das zeigen Studien: Der Körper hält den Magnesiumwert im Blut eng zwischen 0,7 und 1,1 mmol/l. Liegt er darunter, sprechen Ärzte von einer Hypomagnesiämie.1 Weil der Körper den Blutwert aus seinen Speichern stabil hält, kann eine knappe Versorgung auch bei normalem Blutwert bestehen.2 Leichte Defizite verlaufen oft ohne klare Anzeichen.3

Welche Symptome hat ein Magnesiummangel?

Die häufigsten Anzeichen betreffen Muskeln und Nerven: Krämpfe, Zittern, Muskelzucken und eine allgemeine Erschöpfung. Das passt zu dem, wofür der Körper Magnesium braucht. Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei. Magnesium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei. Magnesium trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.

Bereich Mögliche Anzeichen Wann typisch
Muskeln Muskelkrämpfe, Muskelzucken, Zittern, Muskelschwäche schon bei mäßigem Mangel
Energie Müdigkeit, Erschöpfung, Antriebslosigkeit häufig, aber sehr unspezifisch
Psyche und Schlaf Schlafprobleme, Reizbarkeit, Gefühlsschwankungen vor allem bei leichtem Mangel beschrieben
Herz Herzstolpern, Herzrhythmusstörungen bei ausgeprägtem Mangel
Blutwerte zu wenig Kalium und Calcium im Blut bei ausgeprägtem Mangel
Nervensystem Krampfanfälle selten, bei schwerem Mangel

Das zeigen Studien: Fachartikel nennen als Folgen eines Magnesiummangels Muskelkrämpfe, Erschöpfung, Krampfanfälle und Herzrhythmusstörungen.4 Eine ältere klinische Übersicht beschreibt Zittern und Muskelzucken und weist darauf hin, dass ein Mangel auch ganz ohne erkennbare Beschwerden verlaufen kann.5 Eine neuere Übersicht ergänzt Muskelschwäche und unregelmäßigen Herzschlag.6 Bei leichten Defiziten werden eher allgemeine Beschwerden wie Erschöpfung, Schlafprobleme und Reizbarkeit beschrieben. Bei Älteren werden sie leicht mit dem Alter verwechselt.3 Ein ausgeprägter Mangel kann den Kalium- und Calciumwert im Blut mit absenken.7

Wichtig: Diese Anzeichen sind kein Selbsttest. Müdigkeit, Krämpfe oder Schlafprobleme haben viele mögliche Ursachen, von Schlafmangel bis zu Schilddrüse oder Eisenwerten. Lass anhaltende Beschwerden ärztlich abklären, statt auf Verdacht hoch zu dosieren. Bei Herzstolpern, Herzrasen oder einem Krampfanfall such sofort ärztliche Hilfe.

Symptome bei Frauen und Männern: Gibt es Unterschiede?

Die Anzeichen sind bei Frauen und Männern dieselben. Unterschiede gibt es beim Bedarf und bei der Frage, wer häufiger knapp versorgt ist.

Frauen brauchen rund 300 mg Magnesium am Tag, auch in der Schwangerschaft und Stillzeit.8 In Ernährungsdaten liegen sie im Verhältnis zu ihrem Bedarf öfter darunter als Männer. Was in der Schwangerschaft gilt, steht in Magnesium in der Schwangerschaft.

Männer brauchen mit rund 350 mg am Tag mehr.8 Wer regelmäßig Alkohol trinkt, sollte besonders auf seine Versorgung achten (siehe Ursachen). Ob Sportler mehr brauchen, steht in Wie viel Magnesium pro Tag?

Das zeigen Studien: In der britischen Ernährungserhebung mit 3.238 Erwachsenen lagen Frauen bei Magnesium und acht weiteren Nährstoffen im Verhältnis zur Empfehlung deutlich niedriger als Männer.9 In einer kanadischen Studie hatten Frauen niedrigere Magnesiumwerte im Blut als Männer, 9 % der weißen Frauen lagen unter 0,75 mmol/l.10 Umgekehrt erreichten in US-Daten nur 52 % der Männer ihren durchschnittlichen Bedarf aus Essen und Präparaten zusammen.11

Was sind die Ursachen für einen Magnesiummangel?

Am häufigsten kommt einfach zu wenig über das Essen herein. Ein echter Mangel mit niedrigem Blutwert entsteht dagegen meist durch Verluste über Darm oder Nieren. Häufige Auslöser sind Alkohol, Typ-2-Diabetes und bestimmte Medikamente.1

Ursache Was passiert Wer betroffen ist
Ernährung zu wenig Vollkorn, Nüsse, Kerne, Hülsenfrüchte, grünes Gemüse viele Erwachsene in Europa
Magenschutz-Tabletten (Protonenpumpenhemmer) Darm nimmt vermutlich weniger Magnesium auf bei Einnahme über Monate bis Jahre
Entwässerungsmittel (Thiazide) Nieren scheiden mehr Magnesium aus bei längerer Einnahme
Alkohol mehr Verlust über die Nieren, oft auch wenig im Essen bei regelmäßig hohem Konsum
Typ-2-Diabetes mehr Verlust über die Nieren häufig, je nach Studie 10 bis 32 %
Darmerkrankungen, langer Durchfall Darm nimmt weniger auf, Verluste über den Stuhl z. B. bei Morbus Crohn
Höheres Alter weniger im Essen, schlechtere Aufnahme, mehr Verlust Ältere

Ernährung: In vier europäischen Ländern lag die durchschnittliche Zufuhr bei 268 bis 285 mg am Tag, nur Dänemark lag höher.12 Das ist weniger, als Frauen (300 mg) und Männer (350 mg) brauchen.8 Die moderne westliche Kost gilt insgesamt als eher magnesiumarm.2

Medikamente: Wer Magenschutz-Tabletten wie Pantoprazol oder Omeprazol über längere Zeit nimmt, hat öfter einen zu niedrigen Magnesiumwert. In einer Bevölkerungsstudie mit 9.818 Menschen verdoppelte sich das Risiko, und zwar erst nach längerer Einnahme.13 In einer Auswertung von 16 Studien hatten 19,4 % der Nutzer einen zu niedrigen Wert, bei Nichtnutzern waren es 13,5 %.14 In beschriebenen Einzelfällen trat das im Mittel nach 5,5 Jahren auf, nach dem Absetzen erholte sich der Wert innerhalb weniger Tage.15 Bei den Entwässerungsmitteln waren in derselben Bevölkerung vor allem Thiazide mit niedrigen Werten verbunden, Schleifendiuretika dagegen nicht.16 Im Krankenhaus können auch bestimmte Antibiotika und Krebsmedikamente Magnesium kosten.17 Wie die Magensäure die Aufnahme beeinflusst, steht in Wie wird Magnesium vom Körper aufgenommen?

Alkohol: Eine Auswertung von 25 Studien fand bei Menschen mit chronisch hohem Alkoholkonsum deutlich niedrigere Magnesiumwerte im Blut und weniger Magnesium im Muskel. Die Nieren halten Magnesium dann schlechter zurück.18 In einer Klinikstudie war ein niedriger Magnesiumwert die häufigste Elektrolytstörung bei Menschen mit Alkoholproblemen (29,9 %).19

Typ-2-Diabetes: Eine Auswertung von 19 Studien mit 4.192 Menschen fand bei 32 % einen zu niedrigen Magnesiumwert.20 Bei Typ-2-Diabetes ist ein niedriger Wert etwa zehnmal häufiger als bei Gesunden.21

Darmerkrankungen: Menschen mit Morbus Crohn hatten in einer Übersicht über acht Studien niedrigere Magnesiumwerte als Gesunde, in einer Studie war bis zur Hälfte betroffen.22 Auch anhaltender Durchfall und eine gestörte Aufnahme im Darm zählen zu den klassischen Ursachen.5

Alter: Im Alter kommt oft dreierlei zusammen: weniger Magnesium im Essen, eine schwächere Aufnahme im Darm und mehr Verlust über die Nieren.3

Wichtig: Nimmst du dauerhaft Magenschutz-Tabletten oder Entwässerungsmittel, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über deinen Magnesiumwert. Setz die Medikamente nicht eigenmächtig ab. Bei eingeschränkter Nierenfunktion gilt das Gegenteil: Dann kann sich Magnesium anreichern, und Präparate gehören nur in ärztliche Absprache.17

Magnesium- und Kaliummangel: Wie hängt das zusammen?

Magnesium und Kalium hängen eng zusammen. Fehlt Magnesium, scheiden die Nieren mehr Kalium aus. Ein Kaliummangel lässt sich dann oft erst beheben, wenn auch das Magnesium wieder stimmt.

Beide Mineralstoffe braucht der Körper für Muskeln und Nerven. Kalium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei. Kalium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei. Magnesium trägt zum Elektrolytgleichgewicht bei. Wer Krämpfe, Muskelschwäche oder Herzstolpern hat, sollte deshalb beide Werte bestimmen lassen.

Das zeigen Studien: Sinkt das Magnesium in den Zellen, öffnen sich in der Niere bestimmte Kaliumkanäle stärker, und mehr Kalium geht verloren.23 Bei Menschen mit Kaliummangel fehlt in 38 bis 42 % der Fälle zugleich Magnesium.24 Thiazid-Entwässerungsmittel waren in einer Bevölkerungsstudie sowohl mit zu wenig Kalium als auch mit zu wenig Magnesium verbunden.25

Wie stellt man einen Magnesiummangel fest?

Der übliche Weg ist ein Bluttest beim Hausarzt. Er misst den Magnesiumwert im Blutserum. Liegt er unter 0,7 mmol/l, ist ein Mangel sehr wahrscheinlich.1

Ein normaler Wert schließt eine knappe Versorgung allerdings nicht sicher aus, denn der Blutwert spiegelt die Speicher im Körper nicht zuverlässig wider.2 Ärzte schauen deshalb auf Blutwert, Beschwerden, Medikamente und Ernährung zusammen. Ein niedriger Blutwert passt dabei gut zum Auftreten von Beschwerden.17

Magnesiummangel abklären: Person vereinbart am Küchentisch telefonisch einen Termin beim Hausarzt

Magnesiummangel: Was tun?

Bei einer knappen Versorgung reicht meist eine magnesiumreichere Ernährung, bei Bedarf ergänzt durch ein Präparat. Bei einem echten Mangel klärt die Ärztin oder der Arzt die Ursache und legt fest, wie viel du nimmst.

So geht's praktisch:

  1. Speiseplan prüfen: Isst du täglich Vollkorn, Nüsse oder Kerne und mehrmals pro Woche Hülsenfrüchte oder grünes Gemüse? Wenn nicht, liegst du wahrscheinlich unter deinem Bedarf. Wie viel du brauchst, steht in Wie viel Magnesium pro Tag?
  2. Ursachen klären: Medikamente, Alkohol, Diabetes oder Darmbeschwerden sprichst du beim Arzttermin an.
  3. Gezielt ergänzen: Aus Nahrungsergänzung sind bis zu 250 mg Magnesium am Tag unbedenklich.26 Nimm sie am besten zu einer Mahlzeit.
  4. Geduld haben: Gib einer Umstellung einige Wochen, bevor du Bilanz ziehst.

Das zeigen Studien: Eine Auswertung von 48 kontrollierten Studien zeigt, dass Magnesium aus Präparaten den Blutwert verlässlich anhebt. Der Wert steigt mit der Menge und der Dauer und erreicht nach etwa 20 Wochen ein stabiles Niveau. Am stärksten reagierte der Blutwert bei Menschen, die zu Beginn niedrige Werte hatten.27

Mehr Magnesium hilft nicht automatisch mehr. Ab etwa 250 mg aus Präparaten werden weicher Stuhl und Durchfall häufiger.26 Wo die Grenzen liegen, steht in Zu viel Magnesium?

Unsere Einordnung: Magnesium lohnt sich vor allem dort, wo ein Mangel wahrscheinlich ist. Das gilt bei magnesiumarmem Speiseplan und Dauermedikamenten wie Magenschutz-Tabletten. Es gilt ebenso bei Typ-2-Diabetes, viel Alkohol, Darmerkrankungen und im höheren Alter. Für diese Menschen ist es sinnvoll, den Wert prüfen zu lassen und die Versorgung über Essen und ein moderates Präparat gezielt zu verbessern. Ob Magnesium auch bei Wadenkrämpfen ohne nachgewiesenen Mangel hilft, müssen weitere Studien noch klären (mehr unter „Grenzen der Forschung“).

Was essen bei Magnesiummangel?

Setz auf Lebensmittel aus Samen und Blättern: Vollkornbrot und Haferflocken, Kürbis- und Sonnenblumenkerne, Mandeln und Cashewkerne, Bohnen und Linsen sowie grünes Blattgemüse wie Spinat und Mangold. Auch magnesiumreiches Mineralwasser zählt mit.

Das zeigen Studien: Grünes Blattgemüse, Vollkorn, Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte gelten als besonders reiche Magnesiumquellen.6 Die große Tabelle mit Milligramm pro Portion findest du in Magnesium in Lebensmitteln.

Häufige Fragen

Welche Symptome sind typisch für einen Magnesiummangel? Am häufigsten Muskelkrämpfe, Muskelzucken, Zittern, Müdigkeit und Erschöpfung, dazu Schlafprobleme und Reizbarkeit. Bei einem ausgeprägten Mangel können Herzrhythmusstörungen und Krampfanfälle hinzukommen.4, 5 Alle diese Anzeichen haben auch andere Ursachen.

Wie schnell lässt sich ein Magnesiummangel beheben? Das hängt von der Ursache ab. In Studien mit Präparaten stieg der Blutwert über Wochen an und war nach etwa 20 Wochen stabil.27 Ein Mangel durch Magenschutz-Tabletten bildete sich in Einzelfällen nach dem Absetzen innerhalb weniger Tage zurück, was nur ärztlich entschieden werden sollte.15

Kann ich einen Magnesiummangel selbst erkennen? Nicht sicher. Dein Speiseplan gibt einen guten Hinweis, ob du knapp versorgt bist. Ob ein echter Mangel vorliegt, zeigt nur ein Bluttest zusammen mit dem ärztlichen Gespräch.

Magnesiummangel und Vitamin-B12-Mangel: Wie unterscheiden sich die Symptome? Beide können müde machen, deshalb lassen sie sich an den Beschwerden allein nicht unterscheiden. Magnesium trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Vitamin B12 trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Bei anhaltender Müdigkeit lässt du am besten beide Werte im Blut bestimmen.

Ist ein Magnesiummangel gefährlich? Eine knappe Versorgung ist häufig und lässt sich gut über das Essen ausgleichen. Ein ausgeprägter Mangel mit niedrigem Blutwert gehört dagegen in ärztliche Behandlung, weil er Herz und Nerven betreffen kann.4

Was hilft bei Magnesiummangel? Magnesiumreiche Lebensmittel und Mineralwasser sind der einfachste Anfang. Ein Präparat mit bis zu 250 mg Magnesium am Tag kann die Versorgung ergänzen.26 Wofür Magnesium im Körper insgesamt gebraucht wird, liest du in Magnesium: Wirkung im Körper.

Grenzen der Forschung und alle Quellen

Einen einfachen, genauen Test für die Magnesiumversorgung gibt es bisher nicht. Der Blutwert erfasst nur einen kleinen Teil des Magnesiums im Körper, und wo genau ein Mangel beginnt, ist unter Fachleuten nicht einheitlich festgelegt.2, 17 Die Zahlen zu Medikamenten, Alkohol und Diabetes stammen aus Beobachtungsstudien. Sie zeigen Zusammenhänge, aber nicht in jedem Fall Ursache und Wirkung. Bei Typ-2-Diabetes schwanken die Anteile stark: In einer niederländischen Gruppe von 929 Hausarztpatienten lag er bei 9,6 %, also deutlich unter dem Wert aus der Gesamtauswertung.28 Die Daten zu Frauen und Männern kommen aus Großbritannien, Kanada und den USA.

Gegen Wadenkrämpfe ohne nachgewiesenen Mangel hat Magnesium in Studien bisher wenig gezeigt. Eine Cochrane-Übersicht über 11 Studien fand bei älteren Menschen mit nächtlichen Wadenkrämpfen keinen bedeutsamen Unterschied zu Placebo.29 Eine Studie mit 94 Teilnehmenden und Magnesiumoxid kam zum selben Ergebnis.30 Eine Studie mit 175 Teilnehmenden sah dagegen weniger und kürzere Krämpfe als mit Placebo. Sie wurde vom Hersteller des getesteten Präparats finanziert.31 Wie gut Magnesium bei Krämpfen wirkt, wenn tatsächlich ein Mangel vorliegt, wurde kaum gezielt untersucht.

Alle 31 Quellen anzeigen
# Studie Wer untersucht Ergebnis Aussagekraft
1 Kröse & de Baaij 2024, Nephrol Dial Transplant Übersichtsarbeit Blutwert 0,7 bis 1,1 mmol/l; häufige Ursachen niedriger Werte: Alkohol, Typ-2-Diabetes, Magenschutz-Tabletten, Thiazide Review, öffentlich gefördert
2 Fiorentini et al. 2021, Nutrients Übersichtsarbeit Blutwert spiegelt Körperspeicher nicht zuverlässig; westliche Kost oft magnesiumarm Review
3 Barbagallo et al. 2021, Nutrients Übersichtsarbeit leichte Defizite oft ohne klare Zeichen; Erschöpfung, Schlafprobleme, Reizbarkeit; im Alter weniger Zufuhr, Aufnahme, mehr Verlust Review
4 Bosman et al. 2021, Proc Nutr Soc Übersichtsarbeit Mangel: Muskelkrämpfe, Erschöpfung, Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen Review
5 Flink 1981, Acta Med Scand Suppl klinische Übersicht Zittern, Muskelzucken, Herzrhythmusstörungen; Mangel auch ohne Beschwerden möglich; Ursachen: Darm, Entwässerungsmittel, Alkohol ältere Standardübersicht
6 Fatima et al. 2024, Cureus Übersichtsarbeit Muskelschwäche, Müdigkeit, Zittern, unregelmäßiger Herzschlag; Quellen: Blattgemüse, Vollkorn, Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte Review
7 Hansen & Bruserud 2018, J Intensive Care Übersichtsarbeit, Intensivpatienten Mangel kann zu niedrigem Kalium und Calcium führen Review
8 EFSA 2015, EFSA J Behördengutachten angemessene Zufuhr: Männer 350 mg, Frauen 300 mg; kein Mehrbedarf in der Schwangerschaft offizielle Bewertung
9 Derbyshire 2018, Front Nutr 3.238 Erwachsene, britische Ernährungserhebung Frauen bei 9 Nährstoffen inkl. Magnesium relativ zur Empfehlung niedriger als Männer Auswertung einer Bevölkerungsumfrage
10 Bertinato et al. 2015, Food Nutr Res 591 Erwachsene in Kanada Frauen mit niedrigerem Blutwert; 9 % der weißen Frauen unter 0,75 mmol/l Querschnittsstudie
11 Omofuma et al. 2024, J Acad Nutr Diet 35.037 Erwachsene, US-Ernährungserhebung 52 % der Männer erreichen den Durchschnittsbedarf aus Essen und Präparaten Auswertung einer Bevölkerungsumfrage
12 Mertens et al. 2019, Eur J Nutr Ernährungserhebungen aus 4 EU-Ländern Magnesiumzufuhr 268 bis 285 mg/Tag, außer Dänemark Vergleich nationaler Erhebungen
13 Kieboom et al. 2015, Am J Kidney Dis 9.818 Menschen, Rotterdam-Studie Magenschutz-Tabletten: doppeltes Risiko für niedrigen Wert, nur bei längerer Einnahme Bevölkerungsstudie
14 Srinutta et al. 2019, Medicine 16 Beobachtungsstudien, 131.507 Personen niedriger Wert bei 19,4 % der Nutzer, 13,5 % der Nichtnutzer Meta-Analyse
15 Hess et al. 2012, Aliment Pharmacol Ther veröffentlichte Fallberichte Beginn im Mittel nach 5,5 Jahren; Erholung nach Absetzen in etwa 4 Tagen systematischer Review von Fällen
16 Kieboom et al. 2018, Pharmacoepidemiol Drug Saf 9.820 Menschen, Rotterdam-Studie Thiazide: rund dreifaches Risiko; Schleifendiuretika nicht Bevölkerungsstudie
17 Rosner et al. 2023, Mayo Clin Proc Übersichtsarbeit Ursachen inkl. Antibiotika und Krebsmedikamente; Blutwert schwaches Maß, passt aber zu Beschwerden; zu viel bei Nierenschwäche Review
18 Vanoni et al. 2021, Nutrients 25 Studien bei chronisch hohem Alkoholkonsum niedrigere Werte im Blut und Muskel; Nieren halten schlechter zurück Meta-Analyse, Studien sehr uneinheitlich
19 Elisaf et al. 1995, J Trace Elem Med Biol 127 Klinikpatienten mit Alkoholproblemen niedriger Wert bei 29,9 %, häufigste Elektrolytstörung Beobachtungsstudie
20 Pitliya et al. 2024, Endocrine 19 Studien, 4.192 Menschen mit Typ-2-Diabetes niedriger Wert bei 32 % Meta-Analyse von Beobachtungsstudien
21 Oost et al. 2023, Endocr Rev Übersichtsarbeit niedriger Wert bei Typ-2-Diabetes etwa zehnmal häufiger als bei Gesunden Review
22 Costescu et al. 2024, Nutrients 8 Studien, 453 Patienten mit Morbus Crohn niedrigere Blutwerte als Gesunde; in einer Studie bis 50 % betroffen systematischer Review
23 Huang & Kuo 2007, J Am Soc Nephrol Übersichtsarbeit Magnesiummangel erhöht Kaliumverlust über die Niere Review
24 Whang et al. 1992, Arch Intern Med Übersichtsarbeit bei Kaliummangel in 38 bis 42 % zugleich Magnesiummangel Review
25 Liamis et al. 2013, Am J Med 5.179 Menschen ab 55, Rotterdam-Studie Thiazide mit niedrigem Kalium und Magnesium verbunden Bevölkerungsstudie
26 SCF 2001 / EFSA 2006 Behördengutachten Obergrenze 250 mg/Tag aus Nahrungsergänzung; weicher Stuhl als Hauptnebenwirkung offizielle Bewertung
27 Zhang et al. 2016, J Nutr 48 kontrollierte Studien, 2.131 Personen Präparate heben den Blutwert; stabil nach etwa 20 Wochen; stärker bei niedrigem Ausgangswert Meta-Analyse
28 Waanders et al. 2020, Endocrine 929 Hausarztpatienten mit Typ-2-Diabetes, Niederlande niedriger Wert bei 9,6 % Beobachtungsstudie
29 Garrison et al. 2020, Cochrane Database Syst Rev 11 Studien, 735 Personen bei älteren Menschen mit Wadenkrämpfen kein bedeutsamer Unterschied zu Placebo; in der Schwangerschaft widersprüchlich systematischer Review
30 Roguin Maor et al. 2017, JAMA Intern Med 94 Erwachsene mit nächtlichen Wadenkrämpfen, Magnesiumoxid, 4 Wochen nicht besser als Placebo kontrollierte Studie
31 Barna et al. 2021, Nutr J 175 Erwachsene mit nächtlichen Wadenkrämpfen, 60 Tage weniger und kürzere Krämpfe als mit Placebo kontrollierte Studie, vom Hersteller des Präparats finanziert

Autor: Redaktion PRONESIUM · Zuletzt geprüft am 01.10.2026 · Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

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